"Hollywood ist weit weg – und das ist auch gut so!"
Exklusiv für ['em vau] zeigte Schauspieler Hinnerk Schönemann dem Strandkorb seine ganz persönliche Traumkulisse mitten in MV. Wichtigste Requisiten: zwei tierische Spielkameraden, Gelassenheit und viel Freiraum.
Das Strandkorbgespräch in bewegten Bildern
Wiese und Steg statt Ostseestrand: der Strandkorb in Plau am See. Impressionen vom Fotoshooting vor Ort sowie weitere Fragen an Hinnerk Schönemann – schauen Sie sich hier das Video zum Strandkorbgespräch an.
Was verbinden Sie mit dem Begriff Heimat?
Seit vier oder fünf Jahren weiß ich, dass hier in Plau am See meine Heimat ist. Genau hier, wo wir jetzt sitzen. Dieses Gelände, Mecklenburg, mein Dorf hier – das ist meine Heimat, ganz unabhängig davon, ob es früher DDR oder Westen war.
Sie sind „bewusst Mecklenburger“ – was macht den in Ihren Augen aus?
Es ist vor allem das Gefühl der Dazugehörigkeit. Mecklenburg ist ein sehr friedliches Land – und da gehöre ich gern dazu. Der Menschenschlag, also wie die Leute sich geben, ist mir sehr vertraut. Ich finde gut, dass ich dazu gehöre und pflege das auch.
20 Jahre MV – was dürfte für Sie bei der Geburtstagsfeier auf keinen Fall fehlen?
Ein Strandkorb vielleicht! Nein, ich bin zwar in Rostock geboren, aber mit dem Meer habe ich gar nicht viel zu tun. Das Landesinnere ist eher meine Heimat. Ich fände es ganz passend, wenn da am Rand auch ein paar maulfaule Bauern stünden und keinen Ton von sich gäben. Das dürfte nicht fehlen: maulfaule Mecklenburger!
Als tierlieber Familienmensch mit Haus auf dem Land wären Sie doch die Idealbesetzung des Landarztes. Warum wird man Sie nie in dieser Rolle sehen?
Weil der Landarzt sich nicht übergibt, keine Schrammen ins Auto macht und den Frauen nicht auf den Hintern guckt. Das Prinzip des Landarztes ist ziemlich glatt. Die Handlung geht von A nach B und dann nach C. Das kennt man alles, da wird man selten überrascht. Wenn der Landarzt selbst jetzt eine überraschende Figur wäre, dann würde ich auch den Landarzt machen. So habe ich da keine große Lust drauf.
Eine Rolle in „Inglourious Basterds“ haben Sie nur knapp verpasst. Würden Sie für Hollywood das perfekte Landleben hinter sich lassen?
Nein, ganz entschieden nein. Wenn ich irgendwann mal ein Angebot bekäme, würde ich das sofort machen, na klar. Aber ich muss jetzt nicht nach Hollywood, im Gegenteil. Lieber noch zwei Schritte zurück und hier bekannter werden. Die Leute hier sollen mich kennen lernen und meine Art mögen. Hollywood ist wirklich weit weg – und das ist auch gut so.
Was hätte Plau am See denn als Filmlocation zu bieten?
Ich würde hier in meiner Gegend wirklich gerne mal einen Film drehen, so einen Mecklenburger Volksfilm. Einen richtig schönen Film, wie Detlev Buck sie beispielsweise macht. Aber die Wahrscheinlichkeit ist wohl leider ziemlich gering. Da muss man dann doch immer in die Städte gehen – oder eben an die Küste.
Andere Schauspieler füllen jede Woche die Klatschspalten der bunten Magazine. Hätten Sie damit ein Problem?
Wahrscheinlich ja. Ich würde nicht allen meine Wohnung oder mein Liebesleben zeigen. Das sollte schon bei einem selbst bleiben. Ich bin, glaube ich, nicht so der Typ dafür.
Wie wäre es mal mit einem Seitenwechsel, z.B. als Regisseur?
Vielleicht klingt das etwas vermessen, aber ich hätte schon Lust, einmal Regie zu führen. Weil mir nicht immer alles gefällt, was ich sehe. Ich würde gern meine Sicht zeigen, vielleicht käme das ja gut an. Oder eben auch nicht. Das irgendwann einmal auszuprobieren, würde mir gefallen.
Können Sie schon etwas über Ihr nächstes Projekt verraten?
Zurzeit drehe ich gerade mit Hermine Huntgeburth „Neue Vahr Süd“, die Verfilmung eines Sven Regener Romans. Da spiele ich einen cholerischen Feldwebel. Ab Mitte Mai drehe ich meine Reihe mit Mariele Millowitsch, als Kommissar in Köln. Und dann geht es hoffentlich weiter mit einem tollen Film. Das kann ich aber noch nicht verraten, ist noch nicht in Sack und Tüten!
Hinnerk Schönemann und Egon Krenz?
Lesen Sie hier weitere Antworten des Schauspielers.
Hinnerk Schönemann
wurde 1974 in Rostock geboren. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Hochschule der Künste in Berlin, seit 1998 schlüpft er für Film und Fernsehen in die unterschiedlichsten Rollen. In dem Oscar-prämierten Film „Das Leben der Anderen“ bestach er als unfreiwilliger Witzerzähler, 2010 wurde er für seine Rolle als Dorfpolizist in dem Fernsehkrimi „Mörder auf Amrum“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Privat lässt Hinnerk Schönemann es ganz geruhsam angehen. In der Nähe von Plau am See baut er gerade eine alte Scheune zum Wohnhaus um und genießt mit seinen Hunden die Freizeit an der frischen Mecklenburger Luft.
Gewinnspiel: Kleines Gedicht ans Heimatland
Gewinnen Sie unser Strandkorbbuch mit einer persönlichen Widmung von Hinnerk Schönemann. Senden Sie bis zum 30. Juni 2010 das Kontaktformular ausgefüllt mit Ihrem Namen, Ihrer Anschrift und dem Stichwort „Strandkorbbuch“ an uns. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.



