"Manchmal bin ich etwas strenger.”
Weltmeisterin setzt Impulse
Exklusiv für ['em vau] beherbergt er besondere Persönlichkeiten des Landes – und begibt sich gemeinsam mit ihnen auf ungewohntes Terrain. Speerwurfweltmeisterin Steffi Nerius durfte es sich an ihrem Arbeitsplatz, der Leichtathletikhalle von Bayer Leverkusen, im Strandkorb bequem machen.
Das Strandkorbgespräch in bewegten Bildern
Tartanbahn statt Ostseestrand: der Strandkorb in der Leichtathletikhalle von Bayer Leverkusen. Impressionen vom Fotoshooting vor Ort sowie weitere Fragen an Steffi Nerius – schauen Sie sich hier das Video zum Strandkorbgespräch an.
Wann saßen Sie zum letzen Mal im Strandkorb?
Nach dem Abi. Wir sind nach Warnemünde gefahren, haben dort sämtliche Strandkörbe zusammengeschoben und direkt am Strand unsere Abi-Party gefeiert.
Sie hören „Mecklenburg-Vorpommern“ – was ist Ihre erste Assoziation?
Heimat. Mecklenburg-Vorpommern ist einfach meine Heimat – und das schönste Bundesland, das es überhaupt gibt! Natürlich verbinde ich damit auch Rügen, Natur, Meer, Sonne und Rapsfelder. Wenn ich nach Mecklenburg-Vorpommern komme, ist meist alles gelb. Hier in Leverkusen gibt es – glaube ich – gar keine Rapsfelder.
Ohne inneren Impuls keine Spitzenleistung. Was bedeuten Ihnen „Impulse“?
Jahr für Jahr wertet man die letzte Saison aus und versucht, für die neue Saisonplanung andere Impulse zu setzen: Dort etwas weglassen, weil es auf die Gesundheit geht, hier vielleicht noch eine Kleinigkeit zulegen. Insofern setze ich mich die ganze Zeit mit Impulsen auseinander – und versuche, Veränderungen hineinzubringen.
Was gehört für Sie dazu, um im Wettkampf den entscheidenden Zentimeter mehr zu werfen?
Meine Zielstrebigkeit. Ich habe Ziele, die ich dann mit aller Konsequenz verfolge. Am Tag X gibt es vielleicht fünf Leute, die Weltmeister werden könnten. Man braucht die Zuversicht, eine gewisse Lockerheit, die Erfahrung – und dann muss man noch wirklich fit sein an diesem Tag, auch mental. Das macht mich auf jeden Fall aus.
Sehen Sie sich jetzt, als Trainerin, sogar noch stärker als Impulsgeberin?
Ja, gerade im Behindertensport versuche ich, besonders kreativ zu sein. Ich muss rehabilitative Aspekte beachten, arbeite mit den Orthopädie-Technikern zusammen. So versuche ich ständig, neue Erkenntnisse zu nutzen. Bis hin zu neuen Prothesen – das sind für die Athleten letztlich alles neue Impulse.
Sind Sie als Trainerin Respektperson, Kumpel, Freund – oder ein bisschen von allem?
Ich finde es wichtig, eine Respektsperson zu sein. Deswegen bin ich auch mal ein bisschen strenger. Aber es ist genauso wichtig, sich mit seinen Athleten auf eine nette, kumpelhafte Art und Weise gut zu verstehen. Ich versuche, ein bisschen von allem mit einzubringen. Es soll schon Spaß machen, mit mir zu trainieren!
Stichwort Engagement – wo lohnt es sich wirklich?
Grundsätzlich gibt es da eine ganze Menge Themen – das fängt an beim Kampf gegen Kindesmissbrauch, gegen Menschenrechtsverletzungen, gegen Gewalt auf den Straßen. Ich kann nicht alles unterstützen, versuche aber, mich in verschiedenen Bereichen zuengagieren. Mit dem Förderverein aclive, den ich als Schirmherrin mitgegründet habe, unterstützen wir z.B. den Behindertensport.
Was schätzen Sie an den Menschen in MV besonders?
Das Gemütliche! Ich finde es schön, wenn einer noch Plattdeutsch kann, und wenn man dann einfach ein bisschen „platt snackt“. Die Leute sind in MV etwas zurückhaltender. Aber ich denke, wenn man dann erst mal warm geworden ist, sind sie auch noch einen Tick ehrlicher. Das schätze ich sehr.
Steffi Nerius und Karnevalskamelle?
Lesen Sie hier weitere Antworten der Speerwurfweltmeisterin.
Steffi Nerius
wurde am 1. Juli 1972 in Bergen auf Rügen geboren. Ihre Karriere als Speerwerferin begann sie bereits in jungen Jahren in Rostock, ab 1992 startete sie dann für den TSV Bayer 04 Leverkusen. Zu ihren größten Erfolgen gehören der Gewinn einer olympischen Silbermedaille, der EM-Titel 2006 und der Sieg bei der WM im vergangenen Jahr in Berlin. Ein Erfolg, der ihr am Ende der aktiven Karriere noch einen weiteren großen Titel bescherte: Steffi Nerius ist Deutschlands Sportlerin des Jahres 2009. Heute arbeitet die Diplom-Sportlehrerin als Trainerin im Behindertensport.
Weltmeisterliche Widmung
Gewinnen Sie unser Strandkorbbuch mit einer persönlichen Widmung von Steffi Nerius. Senden Sie uns bis zum 31. März 2010 das Kontaktformular ausgefüllt mit Ihrem Namen, Ihrer Anschrift und dem Stichwort „Strandkorbbuch“ an uns. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.




